Die hier aufgeführten Aussagen sollen denjenigen, die erstmalig mit AVWS konfrontiert werden, den Einstieg in die persönliche Auseinandersetzung erleichtern.

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Was ist AVWS
(Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungs-Störung)

Die Auditive Verarbeitungs und Wahrnehmungs-Störung (AVWS) hat verschiedene Ausprägungen, die mehr oder weniger stark auftreten.

Mehrere der folgenden (oder auch andere, mir nicht bekannte) Kriterien müssen zutreffen:

  1. Eingeschränktes Erkennen von unterschiedlichen Lauten

  2. Die Auditive Merkspanne ist verringert (Das Kurzzeitgedächtnis für Gehörtes ist schwach)

  3. Das Nachsprechen unbekannter Silbenfolgen fällt sehr schwer

  4. Die Trennung von Nutz- und Störschall ist nur bei geringem Störschall möglich. Mit anderen Worten:

    • in einer lauten Umgebung – wie z. B. einer Klasse mit vielen Kindern oder aber in einer Turnhalle mit viel Hall – ist das Heraushören des gesprochenen Worts aus dem Umgebungslärm nicht möglich.

    • In Räumen mit viel Hall – wie z. B. einer Turn- oder einer Schwimmhalle – ist das Verstehen des gesprochenen Worts kaum möglich.

  5. Schwierigkeiten des Erkennens, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt.
Aber Achtung: Das Ohr muss fehlerfrei arbeiten (Mit anderen Worten: Eine periphere Hörstörung muss ausgeschlossen sein.) Ist das nicht der Fall, handelt es sich um Schwerhörigkeit anstelle von AVWS

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Welche Symptome treten in Zusammenhang mit AVWS auf

  1. Verzögerte oder unvollständige Sprachentwicklung (z. B. Weglassen von Anfangs- oder Endsilben, vertauschen von Buchstaben)
  2. Schlechtes Zahlenfolgegedächtnis und Zahlenverständnis
  3. Schlechtes Silbengedächtnis
  4. Probleme beim Auswendig lernen
  5. Mündlich gestellte Aufgaben werden nicht richtig verstanden.
  6. Schwierigkeiten mit Diktaten
  7. Legasthenie als „Folge-Erscheinung“
  8. Schwierigkeiten beim Erwerb von Fremdsprachen>
  9. Nicht den Fähigkeiten entsprechendes Bildungsniveau
  10. Unwohlsein in lauter Umgebung
  11. Unkonzentriertes Verhalten in größeren Gruppen und halligen Hallen

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Welche Begleiterscheinungen können auftreten

  1. Die Kinder hören anders. Spezielle Geräusche (Frequenzen) sind ihnen besonders unangenehm. Was sogar dazu führen kann, dass die von bestimmten Tellern wegen der Kratzgeräusche nicht essen oder sich bei lauten Geräuschen verkriechen – z. B. unter der Schulbank.. Andere Geräusche werden teilweise aber auch als besonders schön empfunden und die Kinder möchten sich vielleicht aus diesem Grund mit akustischen Signalen auseinandersetzen.

  2. Einschränkung der Aufmerksamkeits/Konzentrationsspanne (z. B. durch die notwendige starke Konzentration auf das Heraushören des gesprochenen Worts im Unterricht, was ggf. sogar zusammen mit den unten genannten Faktoren zum Einschlafen gegen Ende der Schulzeit führen kann.

  3. Verminderte Motivation am Unterricht (Desinteresse), da die Aussagen des Lehrers nicht verstanden werden.

  4. Unruhe und störendes Verhalten (als Folge der oben aufgeführten Begleiterscheinungen)

  5. Emotional ungünstige Entwicklung (da von gesprochener Informationsübertragung mehr oder weniger ausgeschlossen) und Versagensängste (da Anforderungen nicht erkannt werden)

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Wer kann AVWS erkennen

  1. Kindergarten-Erzieher und Lehrer können in der Regel nur feststellen, dass bezüglich Aussprache oder im Verhalten des Kindes etwas nicht stimmt.

  2. Logopäden und Ergotherapeuten können Hinweise anhand von Tests geben (z. B. können sie feststellen, ob das Kind die altersgemäße Anzahl an Lauten unterscheiden kann). Hierzu muss man das Glück haben, dass Logopäden oder Ergotherapeuten AVWS kennen, was nicht vorausgesetzt werden kann.

  3. Kinder- Jugend- oder Schulpsychologen (-psychiater) können keine AVWS diagnostizieren. Bei Verhaltens-Auffälligkeiten sollten sie aber durch das Hinzuziehen von Diagnosen durch HNO-Ärzte AVWS als Ursache erkennen oder ausschließen lassen.

  4. HNO-Ärzte (Hals, Nasen und Ohren Ärzte) können AVWS diagnostizieren, wenn sie sich mit AVWS auseinandergesetzt haben. Sie haben aber normalerweise weder die Zeit noch die Mittel, die schwere der AVWS erfassen zu können.

  5. Pädaudiologen sowie Kliniken für Phoniatrie und Pädaudiologie (z. B. an Universitätskliniken) können die Schwere von AVWS diagnostizieren

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Wann kann AVWS diagnostiziert werden?

  1. Ab dem Vorschulalter

  2. Ausführliche Diagnosen können nur ab der 2. Hälfte des ersten Schuljahres bis Ende Grundschulalter (maximal bis 12 Jahre) gestellt werden
    • Um die bestmögliche Unterstützung des Kindes in der Schule (auch in der weiterführenden Schule) zu erreichen, müssen in diesem Zeitfenster ausführliche Diagnosen (einschließlich bezüglich des Hörens im Störschall) durchgeführt und die Anträge in der Schule gestellt werden

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Andere Störungen, die von AVWS abzugrenzen sind

Folgende Störungen haben zwar teilweise ähnliche Symptome, sind aber von der AVWS abzugrenzen
  1. Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störungen(ADHS)

  2. Sprachverständnisstörungen

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Worauf ist im Unterricht zu achten?

  1. Nah beim Lehrer sitzen

  2. Der Lehrer sollte immer so stehen, dass das Kind auch seinen Mund sehen kann

  3. Keine unruhigen Kinder in der „Nachbarschaft“

  4. Wenig Störgeräusche

    1. Geringe Klassenstärke

    2. Akustisch gut gestalteter Klassenraum

    3. Eventuell Einsatz einer Lautstärkeampel, die auf Grün steht, wenn die Geräusche in der Klasse gering sind, aber auf Gelb und dann auf Rot wechselt, wenn der Lärmpegel ansteigt.

  5. Vereinbarung eines Zeichens, wenn das Kind den Lehrer nicht versteht

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Möglichkeiten zur Unterstützung (Therapie) der Entwicklung des Kindes

Eine aus schulmedizinischer Sicht vielversprechende Therapie gibt es nicht. Mit dem Älter werden erlernen die Kinder, ihre Schwäche zu kompensieren (z. B. neben dem gesprochenen Wort im Unterricht die geschriebenen Worte auf der Tafel zum Informationserwerb zu nutzen).

Das Kümmern des Arztes/Therapeuten um den Patienten trägt wesentlich (bis ca. 50 Prozent) zur Gesundung bei. Aus diesem Grund ist es aus meiner Sicht sehr wichtig, dass die Eltern sich sehr für AVWS-Kinder engagiert oder Schulen bzw. Therapieeinrichtungen finden, die sich um das Kind kümmern und ihm Geborgenheit vermitteln.

Als Therapien bzw. unterstützende Maßnahme haben wir erwogen bzw. genutzt:

  1. Ergotherapie, wenn der Therapeut sich u. a. mit den durch die AVWS bedingten Schwächen auseinandersetzt (Wir haben allerdings in Absprache mit der Ergotherapeutin die Therapie nach einem Jahr wegen nicht erkennbarer Erfolge beendet, obwohl die Therapeutin im Gegensatz zu einer vorher konsultierten HNO-Ärztin uns erstmalig auf eine mögliche AVWS unseres Kindes aufmerksam machte und nach unserem Verständnis die Therapie in die richtige Richtung vorantrieb.

  2. Logopädie

    1. Gute Logopäden können recht gut die Sprachdefizite, die aus den Hördefiziten entstehen, kompensieren.

    2. Nur wenige Logopäden sind in der Lage, therapeutische Maßnahmen zur Verringerung der Hördefizite zu ergreifen. (Wir machten die Erfahrung, dass sogar in Praxen, die behauptet hatten, AVWS zu behandeln, bei dem Beobachten der Therapiemaßnahmen (durch Schule und Elternhaus) der Verdacht entstand, dass das Wesen von AVWS durch den Therapeuten nicht verstanden wurde. Beim Auswählen der Logopädie-Praxis sollte man daher Empfehlungen (z. B. durch HNO-Ärzte) unbedingt folge leisten, auch wenn dadurch Wartezeiten unumgänglich werden.

      • Logopäden setzen teilweise Hörtrainings ein - unter anderem auch das Hörtraining nach Audiva, dass dann in den Anfangsmonate parallel täglich zu Hause genutzt werden kann (siehe auch unter Hörtraining)
      • Sensorisches Integrationstraining (nach Anna Jean Ayres) ist eine weiter Therapieform, die ergänzend in der Logopädie zur Behandlung von AVWS-Kindern Anwendung findet.

  3. Der Einsatz von Motopädagogik in der Schule kann durch die Wirkung von Bewegungen auf die Gehirnfunktion von Vorteil sein. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass z. B. der Hall in den Übungsräumen nicht verhindert, dass das Kind den Anweisungen des Motopädogogen folgen kann.

  4. Der Einsatz von Sprachheilpädagogen in der Schule kann nur dann von Vorteil sein, wenn diese wissen, dass das Kind AVWS hat und sich mit dem Wesen von AVWS auseinandersetzen.

  5. Der Einsatz von Mikroport-Anlagen / FM-Anlagen (Ansteck-Mikronfon mit Sender beim Lehrer wie z. B. Roger Focus, Empfänger mit Kopfhörer am Ohr des Schülers wie z. B. Roger Insiro http://www.phonak.de/) wie sie über Akustiker-Geschäfte zu beziehen sind, hatte bei unserem Kind großen Erfolg durch das Hervorheben des Lehrers aus den Störgeräuschen in der Klasse. Dadurch wurde es erst möglich, dass unser Kind dem Unterricht in der Grundschule folgen konnte. Ein solches Gerät gehört nur dann zum Leistungskatalog der Krankenkassen, wenn ein sinnvoller Einsatz durch einen Test des 'Hörens im Störschall' von einem Pädaudiologen nachgewiesen wurde. Daher unbedingt diese Tests veranlassen, die leider nur während der Grundschulzeit möglich sind.

  6. Gehörbehinderten-Schulen / Hörgeschädigtenschulen sind die Förderschulen für AVWS-Kinder. Es ist bei großem Entfernungsabstand zu diesen Schulen abzuwägen, ob schon kleine Schüler frühzeitig auf diese Schulen wechseln sollen oder (wegen der häuig langen Fahrzeiten) Regel-Grundschulen zu bevorzugen sind. Ist das Kind in der Lage, dem Unterricht der Grundschule zu folgen, vertreten Grundschulen und Ärzte die Meinung, dass unter Umständen das Kind auf der Grundschule besser aufgehoben ist. Damit das Kind dem Unterricht folgen kann, sind teilweise besondere Anstrengungen der Grundschulen notwendig, die viele Grundschulen nicht immer aufbringen. (Bei unserem Kind hat die Klassenlehrerein sofort der [testweisen] Verwendung der von der Akustikerin leihweise zur Verfügung gestellten Mikroport-Anlage zugestimmt, sich mit AVWS auseinandergesetzt und mit der engagierten Sprachheilpädagogin der Grundschule ein Gesamtkonzept erarbeitet und durch die Schulkonferenz absegnen lassen

  7. Eventuell von Eltern durchführbare Trainings:
    • Vorschulalter bis 1. Schuljahr: Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Schriftspracherwerb: Sprachspiele für Vorschulkinder. Buch "Hören, lauschen, lernen" mit Anleitung und Arbeitsmaterial von Petra Küspert & Wolfgang Schneider.

    • Ab 2. Schuljahr: Das Marburger Rechtschreibtraining: Ein regelgeleitetes Förderprogramm für rechtschreibschwache Kinder von Gerd Schulte-Körne.
      Es bietet eine alternative Lernmethode für Rechtschreibung an, die Eltern selbständig mit ihren Kindern durchführen können. Diese Lernmethode ist häufig für AVWS-Kinder besser geeignet als die Methoden in der Grundschule. Wir haben aber auf diese zusätzlichen Lerneinheiten verzichtet, da unser Kind schon genug Zeit mit Schulstoff und Therapien verbringen musste.

  8. Hörtraining

  9. Lesen lernen schafft die Voraussetzung, das Defizit zu kompensieren beim Aneignen von in Worte gepackter Information. Lesen können erlaubt auch das Nutzen zusätzlicher Quellen, um sich ein Bild von Worten zu machen, die akustisch nicht korrekt wahrgenommen werden. Lesen lernen fällt den Kindern zwar recht schwer. Aber das tägliche ca. 5 Minuten lange Lesen üben hilft auf Dauer enorm. Anfangs haben wir als Motivationshilfe eine Eieruhr verwendet. Da später die Grundschullehrerin Protokolle über das häusliche Lesen haben wollte und es ein Lob in Form von Halbedelstein-Bruchstücken gab, wenn 10 Lesesitzungen zusammengekommen waren, war dann eine weiter Motivation vorhanden. Bei unserem Kind wurde das lesen Üben allerdings anfangs nicht akzeptiert mit kindgerechter oder von der Schule vorbereiteten Lesestoffen. Es musste ein Buch für 10-Jährige sein, dass das Kind sich auf einem Flohmarkt gekauft hatte und durch dessen schwierige und langen Wörter es sich mit unserer Hilfe durchkämpfen wollte – auch wenn es anfangs keine Chance hatte, den Sinn der Sätze zu erfassen.

  10. Allgemeine Maßnahmen

    Bei den hier aufgeführten Möglichkeiten handelt es sich um allgemeine Maßnahmen, die keine spezielle Therapie für AVWS darstellen, aber generell positiv auf neue Verschaltungen im Gehirn einwirken können.

    • Sport unterstützt die Erneuerung von Gehirnzellen und kann daher vielleicht positive Effekte haben – auch bezüglich sozialer Anerkennung. In Hallen mit viel Hall fühlen sich AVWS-Kinder aber ggf. nicht wohl und können ggf. dem Trainer nicht folgen. Mannschaftssport ist leider häufig auch problemetisch, da die Kinder die Zurufe innerhalb der Mannschaft häufig akustisch nicht verstehen

      Wenn Sportarten das Verschalten von Links- und Rechtshirn fördern, ist das besonders für AVWS hilfreich Zu diesen Sportarten zählen z. B. Jazztanz und Fechten

    • Musik schafft neue Klangerlebnisse und wird daher auch zu neuen Verschaltungen im Gehirn führen. Die AVWS-Kinder mögen auch ggf. bestimmte Töne besonders gut leiden. Da die AVWS-Kinder anders hören, aber auf jeden Fall hören, kann man eine musikalische Erziehung in Erwägung ziehen. Da es Musikschulen gibt, die eine Musik-Elite heranbilden wollen und daher keinen Musikunterricht aus Therapiegründen anbieten wollen, sollte versucht werden herauszufinden, ob es nicht von Nachteile ist, vor- oder während des Anmeldens auf die besondere Motivation hinzuweisen. (Mit anderen Worten: es besteht der dringende Verdacht, dass Anmeldungen nicht zustande kamen, weil entsprechende Hinweise von den Eltern gegeben wurden. Dabei hören AVWS-Kinder nur anders, womit noch nicht gesagt ist, of sie besser oder schlechter bestimmte Instrumente erlernen können)

      Ganz wichtig ist das Herausbildens des Taktgefühls, was sich nur durch Musik und hier besonders durch Trommel- und Schlagzeug-Unterricht heranbilden lässt. Versuchen Sie auf jeden Fall, das Bilden von Taktgefühl zu unterstützen

      Der Resonanzkörper der Geige liegt direkt am Körper an und der Schall wird dabei direkt auf den Körper übertragen. Das kann positive Effeke bei AVWS haben, wenn das Kind dieses Instrument lieben lernt.

    • Das großformatige Malen einer „liegende Acht“ (Lemniskate), wird u. a. dazu genutzt, um die Verschaltung der beiden Gehirnhälften zu fördern. Hierzu werden möglichst auf großem Papier oder auf einer Tafel „liegende Achten“ sehr häufig übereinander (nach-)gemalt – in verschiedenen Farben, mit der linken, der rechten Hand oder beiden Händen. Je symmetrischer die Acht wird, desto besser sind beide Gehirnhälften aufeinander abgestimmt.

    • Spielen im Sand, im Matsch oder im Wald und ähnliches, bei dem mit den Händen geformt, gegriffen und betastet wird:

      Gehirn-Verschaltungen und das Nutzen der Hände sind nicht ganz unabhängig voneinander, wie schon die Worte greifen und begreifen erahnen lassen. So beeinflusst diese Art des Spielens häufig auch das mathematische Begreifen.

    • Gleichgewichtsübungen: Gleichgewichtsübungen dienen ebenfalls der Verschaltung der beiden Gehirnhälften. Eine Wackelscheibe (Balance Board) kann hierfür hervorragend eingesetzt werden Während das Kind auf der Wackelacheibe steht, soll es anfangs zweisilbige Worte, dann dreisilbige, später viersilbige Worte u.s.w. wiederholen, die der Erwachsene vorgibt, wobei bei jeder Silbe ein Jongliertuch, ein Jonglierball oder ähnliches zum Kind oder vom Kind zum Partner geworfen wird. Da spielen auch Geschwisterkinder oder Freunde gerne mit.

    • Computergestützte Programme: Es gibt einige sinnvolle Computer-Programme. Da sie die Kinder immer wieder an ihre Grenzen führen, sinkt nach einer Anlaufphase aber ggf. die Motivation des Kindes, was dem Trainingseffekt nicht förderlich ist. Als Beispiele für Schulanfänger seien genannt (Liste von 2010):

      • MIMAMO (Training der phonlogische Bewusstheit). Trainiert das Hören von unbekannte Silbenfolgen – auch mit Störgeräuschen. Es gibt viele Variationsmöglichkeiten und kann so eingestellt werden, dass die Kinder häufig gelobt werden. Das finden der passenden Einstellungen ist allerdings für Computermuffel nicht einfach. (http://www.leu.bw.schule.de/allg/son/mimamo/mimamo.htm)

      • Detektiv Langohr (Erkennen von Geräuschen). Das Programm wurde von mir bisher zu selten eingesetzt werde, um es zu beurteilen zu können. (https://www.trialogo.net/de/Anzeige/Langohr.cfm)

      • Hase und Igel Mit diesem Programm kann getestet und trainiert werden, in welchem Abstand optische oder akustische Signale (z. B. Töne im linken bzw. rechten Kopfhörer) unterschieden werden können. Das Programm verkürzt den Zeitabstand nach mehreren fehlerlosen Durchgängen bzw. verlängert den Zeitabstand nach mehreren Fehlern. Die Ergebnisse lassen sich am Ende des Programms übersichtlich darstellen – auf Wunsch auch mit den Ergebnissen der Vergangenheit. Es ist gut gemacht, führt das Kind aber immer wieder an seine Grenzen, was manchmal zu Motivationsproblemen führt. (http://www.koehler-software.de/ordnungsschwelle/ordnungsschwelle.htm)

      • Sieben Sachen (Kurzzeitgedächtnis) Trainiert das Kurzzeitgedächtnis – auch für Gehörtes. Es variiert die Anzahl der zu merkenden Dinge –je nach Erfolg oder Misserfolg. Das Programm lässt viele Einstellmöglichkeiten zu. Die Ergebnisse lassen sich am Ende des Programms übersichtlich darstellen – auf Wunsch auch mit den Ergebnissen der Vergangenheit .Es ist gut gemacht, führt das Kind aber immer wieder an seine Grenzen, was manchmal zu Motivationsproblemen führt. (http://www.koehler-software.de/kurzzeitgedaechtnis/sieben_sachen.htm)

      • Gleich oder Ungleich (Mathematik und visuelle Wahrnehmung). Da AVWS-Kinder in der Regel auch Probleme mit Mengenerkennung und Rechnen haben, habe ich auch dieses Programm hier aufgeführt. Es hat eine sehr große Variationsmöglichkeit. Die Ergebnisse lassen sich am Ende des Programms übersichtlich darstellen – auf Wunsch auch mit den Ergebnissen der Vergangenheit. Es ist gut gemacht, aber ich habe noch zu wenig Erfahrung, um es beurteilen zu können. (http://www.koehler-software.de/visuelle_wahrnehmung/gleich_oder_ungleich.htm)

    • Kartenspiele: Gibt es AVWS-bedingte Probleme beim Rechnen lernen, können folgende Kartenspiele eventuell zum Rechnen üben genutzt werden:

      • "Lern-Detektive: Rechnen bis 20" von Thomas Grandy

      • "Lern-Detektive: Das kleine Einmaleins" von Thomas Grandy

    • Fernsehen fördert nicht die Verschaltungen im Gehirn und ist daher auf jeden Fall einzuschränken. Für AVWS-Kind sind einige Sendungen allerdings eine gute Informationsquelle, da der Schall des Fernsehers aus konstanter Richtung ohne Störgeräusche ans Ohr dringt. Zusätzlich zum Gehörten gibt es immer bildliche Information, die das Gehörte unterstützt. Wenn für das Kind interessante Informationen kommen und es diese gut wiedergeben kann, sollte man diese Informationsquelle für das Kind nutzen.

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Tests

Leider gibt es bisher noch keine genormten Tests, die allgemein anerkannt das Vorhandensein und die Schwere von AVWS sowie die Zuordnung zu Therapieformen als Ergebnis haben. Ergotherapeuten und Logopäden können daher nur Hinweise geben, ggf. AVWS diagnostizieren oder ausschließen zu lassen. Niedergelassene HNO-Ärzte können AVWS diagnostizieren, haben aber in der Regel weder die Zeit noch die Möglichkeit, die genaue Ausprägung von AVWS zu ermitteln .- und somit Schwierigkeiten, therapeutische und schulische Maßnahmen für den Einzelfall festlegen zu können. Kliniken für Phoniatrie und Pädaudiologie sind für die Diagnose besser gerüstet, weisen oft aber lange Wartezeiten auf und kennen sich mit dem lokalen Umfeld des Betroffenen nicht immer aus.

Intelligenztests werden dafür herangezogen festzustellen, ob ein Kind dem Alter entsprechend gebildet ist. Daraus soll dann geschlossen werden können, ob eher gezielte ärztliche oder schulische Maßnahmen – und wenn ja, welche - angebracht sind. Intelligenztests berücksichtigen aber häufig nicht die speziellen Umstände von AVWS-Kindern. Das betrifft einerseits die häufig akustische Übermittlung der Fragestellung. (AVWS-Kinder müssen sich eventuell viel mehr um das Erfassen der Fragestellung bemühen als andere Kinder und ermüden daher früher. Daher sollen nur None-Verbale Intelligenz-Tests bei AVWS-Kindern angewendet werden). Andererseits wird die Entwicklung wahrscheinlich etwas verzögert sein, wenn ein Kind dem Unterricht aus akustischen Gründen über Monate nicht folgen konnte – auch bei „normaler“ Intelligenz.

Als Beispiel für die Problematik des Auswertens von Intelligenz-Tests seien die Testergebnisse eines Kindes im Bereich „Mathematische Kompetenz“ durch den „Osnabrücker Test zur Zahlenentwicklung (OTZ)“ und die Testergebnisse im Untertest „Rechnen“ der „Kaufmann-Assesment-Battery for Children(K-ABC)“ des gleichen Kindes in der gleichen Woche erwähnt. Während der erste Test eine überdurchschnittliche „Mathematische Kompetenz“ ergab, ergab der zweite Test eine unterdurchschnittliche Leistung im „Rechnen“.

Vorsicht vor zu schnellen Schlüssen

Die neue Wetzlarer Zeitung druckte am 10.1.2008 den Artikel „Wenn Schule krank macht“ von Michaela Buschewski, dpa, ab, in dem der Einsatz von Schulpsychologen bei Grundschülern beschrieben wird.

Ähnliche schulische Lebensläufe können auch bei AVWS-Kindern entstehen.

Ohne das Einbeziehen von Pädaudiologen bzw. HNO-Ärzten mit pädaudilogischer Zusatzausbildung ist es also kaum möglich, allein aufgrund von Symptomen festzustellen, ob es sich um rein psychogische Probleme handelt oder ob die Ursache in AVWS zu suchen ist und somit andere therapeutische Wege beschritten werden müssen.

Fallstudien

Hier soll Platz sein für das Schildern verschiedener „Lebensläufe“ von AVWS-Kindern und deren schulischem und therapeutischen Weg. Vielleicht können Sie ja ein Beispiel bereitstellen. Bitte nehmen Sie hierfür per eMail Kontakt auf zu V.Jaekel@t-online.de


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